3-Bet- und 4-Bet-Pots sind die Spots, in denen kleine Preflop-Fehler zu grossen, wiederkehrenden Verlusten werden. Die Pötte sind grösser, die Stacks wirken flacher und die Range des Gegners ist enger – wer aus Gewohnheit „mal den Flop anschauen“ will, zahlt schnell drauf. Wenn du 2026 in Cash Games und Turnieren verlässlich gewinnen willst, brauchst du einen klaren Plan: welche Hände diese Pötte überhaupt spielen, ob sie als Call, 4-Bet oder Fold hinein gehören, und wie dein Postflop-Plan aussieht, bevor du klickst.
Range-Aufbau für 3-Bet-Pots beginnt mit den Zielen der Positionen. Opens aus früher Position sind natürlicherweise tighter, deshalb sollte deine 3-Bet-Range dagegen value-lastiger sein – mit Bluffs, die gute Blocker und brauchbare Spielbarkeit haben. Opens aus später Position sind weiter und enthalten mehr schwache Hände, daher kannst du aggressiver 3-betten, um Fold-Equity zu erzeugen, und Bluffs wählen, die capped Defending-Ranges unter Druck setzen. Wenn du Position ignorierst, verteidigst du entweder die Blinds zu wenig oder überbewertest Hände, die nie für grosse Pötte gedacht waren.
Als Nächstes kommen die „Anreize“: Rake, Stacktiefe und wer Position hat. In gerakten Cash Games werden marginale Calls schlechter, weil du mehr realisierte Equity brauchst, um überhaupt breakeven zu sein. In shallow Tournament-Spots verlieren Calls mit Händen, die stark von Implied Odds leben (kleine Paare, suited Connectors), oft an Wert, während Hände, die starke Top Pairs bilden oder gegnerische Continues dominieren, profitieren. Position wirkt doppelt: Sie bestimmt, welche Hände profitabel in den Pot dürfen – und wie viel Equity du Postflop tatsächlich realisierst.
Am Ende solltest du dir die Pot-Geometrie vor der Entscheidung vorstellen. In vielen Standard-Lines (Open → 3-Bet → Call) sinkt der Stack-to-Pot-Ratio (SPR) so deutlich, dass eine kräftige Bet plus Turn-Bet schnell zu Commitments führt. Das heisst: Preflop musst du bereits bedenken, ob du auf vielen Boards sinnvoll weiterspielen kannst und wie deine Range aussieht, wenn du eine C-Bet bekommst. Teure Calls entstehen, wenn eine Hand Preflop hübsch wirkt, aber im aufgeblähten Pot zur Passagierin wird.
Eine lineare 3-Bet-Range baut sich von den besten Händen nach unten auf: starke Value-Hände plus die nächste Schicht, die gerne einen grösseren Pot spielt. Das passt besonders gut, wenn der Opener solide ist, wenn du ausser Position spielst oder wenn ein Call dich in zu viele schwierige Postflop-Spots führt. Typische lineare Kandidaten sind Hände, die häufig starke Top Pairs treffen, solide Broadways und suited Hände, die auf vielen Texturen nicht sofort kapitulieren müssen.
Eine polare 3-Bet-Range ist gesplittet: sehr starke Value-Hände und Bluffs, während mittlere Hände häufiger callen. Das nutzt du vor allem in Position und gegen weite Opens, bei denen der Gegner gegen Druck einen spürbaren Teil seiner Range folden muss. Die Bluff-Seite sollte nicht zufällig sein. Wähle Hände mit Blockern gegen die Fortsetzungsrange (zum Beispiel Karten, die Premium-4-Bets reduzieren) und genug Spielbarkeit, damit du nicht massenhaft in hoffnungslose Check-Fold-Linien rutschst, wenn du gecallt wirst.
Der Leak, der die teuersten Calls produziert, ist „halb polar aus Versehen“: Man 3-bettet einige mittelstarke Hände, callt mit ähnlichen mittelstarken Händen – und rechtfertigt dann Postflop-Punts, weil die Range inkonsistent ist. Lege dir pro Spot einen Standard fest. Gegen frühe Position eher linear und diszipliniert. Gegen Steals aus später Position mehr polarer Druck – aber mit rationaler Bluff-Auswahl: Blocker, relevante Suits und Hände, die nicht auf zu vielen Boards zu einem reinen Geldverbrenner werden.
Ein guter 4-Bet-Plan hat drei Teile: womit du for Value 4-bettest, womit du als Bluff 4-bettest und was du mit den Händen dazwischen machst. „Dazwischen“ ist die Zone, in der Bankrolls ausbluten: Diese Hände wirken knapp stark genug, landen aber in einem Pot, in dem die gegnerische Range stark zu High Cards und starken Pairs tendiert. Wenn du 4-Bets ständig mit dominierten Händen callst oder mit Händen, die schlecht realisieren, fühlt es sich wie Pech an – tatsächlich ist es ein Range-Problem.
Stacktiefe verändert alles. Bei deep Stacks sind mehr Calls mit suited Händen vertretbar, weil du mehr Raum zum Manövrieren hast und bei starken Treffern grosse Pötte gewinnen kannst. Bei 100bb und darunter – besonders in gerakten Games – wird die Calling-Range gegen 4-Bets deutlich enger: Du brauchst Hände, die gegen häufige C-Bets bestehen und nicht von der Value-Range des Gegners zerdrückt werden. In Turnieren drängen ICM-Druck und kleinere Effective Stacks stärker in Richtung Push-or-Fold, wodurch fancy Flats oft an Nutzen verlieren.
Auch die Sizing-Wahl entscheidet, welche Hände überleben. Eine kleine 4-Bet lässt manche Calls zu; eine grosse 4-Bet komprimiert den SPR und zwingt deine Calling-Range extrem robust zu sein. Wenn du eine grosse 4-Bet siehst, sollte dein Default nicht sein: „Ich habe schon investiert, also verteidigen.“ Dein Default sollte sein: „Wie sieht meine Range aus, wenn ich calle, und wie oft werde ich es auf dem Flop bereuen?“ Diese eine Frage eliminiert viele teure Calls sofort.
Blocker sind am wertvollsten, wenn du auswählst, welche Hände du als Bluffs 4-bettest, weil sie die Anzahl starker Hände beim Gegner reduzieren. Wenn deine Hand wichtige Kombinationen aus der gegnerischen Continue-Range entfernt, funktioniert der 4-Bet-Bluff häufiger – und wenn der Gegner zurückspielt, kannst du folden, ohne das Gefühl zu haben, „zu tight“ gewesen zu sein. Blocker sollen die besten Antworten des Gegners seltener machen, nicht schwache Hände in Pflicht-Continues verwandeln.
Ein typisches Missverständnis ist, Blocker als Grund zum Call zu benutzen. Eine 4-Bet zu callen, „weil ich Asse blocke“, ist meist die falsche Logik. Nach dem Call musst du Equity realisieren, C-Bets verteidigen und Turns/Rivers in einem bereits unter Druck stehenden Range-Spot navigieren. Wenn der Hauptgrund deiner Hand ein Blocker ist und nicht Spielbarkeit plus Dominationspotenzial, ist sie oft als 4-Bet-Bluff besser aufgehoben (mit Fold-Equity) als als 4-Bet-Call (der häufig in teuren Showdowns endet).
Blocker helfen dir ausserdem, keine eigenen Range-Lücken zu erzeugen. Wenn du als Bluff 4-bettest mit Händen, die zu stark mit deiner Value-Range überlappen, reduzierst du die Anzahl starker Hände, mit denen du auftauchst – und gute Gegner können aggressiver reagieren. Praktisch heisst das: Value-Range stabil halten, Bluff-4-Bets so wählen, dass sie weniger damit kollidieren, und sicherstellen, dass deine Line Sinn ergibt, wenn du gecallt wirst. Wenn du keinen plausiblen Postflop-Plan benennen kannst, ist die Hand sehr oft kein Call – und manchmal nicht einmal ein guter Bluff.

In diesen Pötten kommt der grösste Vorteil daraus, zu verstehen, wie die beiden Ranges mit dem Board interagieren. Auf vielen High-Card-Boards hat der Preflop-Aggressor einen Vorteil, weil seine Range mehr starke Overpairs und Top-Pair-Kombinationen enthält, während die Calling-Range häufiger aus mittleren Händen besteht, die „überleben“ wollen. Das bedeutet nicht, dass du gedankenlos betten sollst – es bedeutet, dass deine Bets widerspiegeln müssen, welche Teile deiner Range Value wollen, welche Protection brauchen und welche checken sollten, damit deine Range nicht zu dünn wird.
Teure Calls entstehen oft, weil Spieler Range-Vorteile ignorieren und nach Sicherheit suchen. Sie callen eine C-Bet, weil sie „ein Paar haben“, callen die Turn-Bet, weil „die Story nicht passt“, und am River haben sie eine Value-Line bezahlt, die völlig normal war. Der bessere Ansatz ist, früh zu entscheiden, welche Hände über mehrere Streets weiterspielen können. Wenn deine Hand auf vielen Runouts dem Druck nicht standhält, ist ein früherer Fold oft korrekt – auch wenn es sich unangenehm anfühlt.
Achte darauf, was sich im Vergleich zu Single-Raised-Pots ändert. C-Bet-Sizes sind in vielen 3-Bet- und 4-Bet-Pots häufig kleiner, weil Ranges tighter sind und Boards öfter getroffen werden. Dadurch kann der Gegner Druck ausüben, während er weniger riskiert. Deine Defence muss geplant sein: Welche Hände callen einmal, welche können zweimal callen, welche werden zu Bluffs und welche sind die Investition schlicht nicht wert? Ohne Plan rutschst du in „callen und hoffen, dass die nächste Karte rettet“.
Erstens: Dominierung respektieren. In 3-Bet- und 4-Bet-Pots verlieren Top-Pair-Hände mit schlechtem Kicker massiv an Wert, weil die gegnerische Range voller besserer Top Pairs, Overpairs und starker Draws ist. Wenn deine Hand häufig second-best One-Pair-Hände bildet, gehört sie entweder vorsichtiger gespielt oder bereits Preflop strenger gefiltert. Diese eine Anpassung stoppt einen grossen Teil der „ich musste es sehen“-Calls.
Zweitens: SPR ehrlich managen. Niedriger SPR bedeutet weniger kreative Rivers und mehr erzwungene Entscheidungen. Wenn der Pot schon gross ist und die Stacks nicht tief sind, committen dich viele Flop-Calls praktisch zu weiteren Calls. Calle den Flop nicht mit einer Hand, die eine Turn-Barrel auf gängigen Karten nicht aushält. Praktisch heisst das: Du foldest manche Hände, die in Single-Raised-Pots Standard-Continues wären, weil die zukünftigen Bets im Verhältnis zu deiner Equity zu teuer sind.
Drittens: Bluff-Catcher von echten Continues trennen. Ein Bluff-Catcher gewinnt hauptsächlich, wenn der Gegner blufft – nicht, weil deine Hand gut verbessert oder dominiert. In tighten, aggressiven Linien wie 4-Bet-Pots sinkt der Wert reiner Bluff-Catcher, weil Gegner auf späteren Streets mit stärkeren Ranges ankommen. Wenn du dich beim Call dabei ertappst, „um ihn ehrlich zu halten“, ohne klare Reads und ohne relevante Blocker gegen seine Value-Hände, zahlst du meist für Neugier. Ersetze das durch eine Range-Schwelle: Weiterspielen nur mit Händen, die entweder gut verbessern oder klar gegen einen realistischen Value-Anteil vorne liegen.